Kaiser, Schäfer und eine Besenbinderin – „Bostemer Triumvirat“ übernimmt die Macht im Besengau

Die alt ehrwürdigen Narrendynastie Bastheim erinnert sich ihrer historischen Wurzeln: In ihrer 67. Session treten die Fasenöchter aus dem Besengau mit einer neuen Obrigkeit an die Macht: Ein Triumvirat aus Kaiser, Schäfer und Besenbinderin schwingt das närrisches Zepter in der Besengaufasenacht des Jahres 2019.

Dabei besinnen sich die Narren auf historische Figuren aus ihrer Heimatsage, nach der das Dörfchen Bastheim einst um das Jahr 800 herum als Geschenk des fränkischen Königs und römischen Kaisers Karl dem Großen entstand. Dieser soll sich bei einem Jagdausflug von der Salzburg aus in den Rhöner Wäldern verirrt haben und wurde vom Schäfer Bast gefunden und beherbergt. Zum Dank schlug der Kaiser den Schäfer zum Ritter und schenkte ihm Feld und Wald soweit das Auge reichte. Zu den beiden „Bostemer Gründungsvätern“ gesellt sich auf der Bühne auch eine Besenbinderin. Ob der Name „Besengau“ ursprünglich vom „Wesengau“, das heißt im Mittelhochdeutschen „Ruhegau“, abgeleitet wurde oder sich aus der Tätigkeit des Besenbindens aus Reisern (Zweige der Birke) erklärt, ist umstritten. Jedenfalls soll es im 18. und 19. Jahrhundert jede Menge Besenbinder und Korbflechter im Besengau gegeben haben, die damit ihre wirtschaftliche Not linderten. Bei den „Bostemer Fasenöchtern“ ist die Zeit des Patriarchats (d.h. Männer- oder Vaterherrschaft) längst vorbei, deswegen soll es eine Besenbinderin auf dem Faschingsthron geben. Wie das Prinzenpaar soll das „Bostemer Triumvirat“ vor allem Repräsentationspflichten erfüllen. Man darf gespannt sein auf die Neuerungen bei der Bastheimer Karnevalsgesellschaft Ba-Ka-Ge in ihrem 67. Gründungsjahr.

Historisch nicht belegt sind die Geschichten der Bastheimer Schildbürger oder die kleinen Missgeschicke von Bürgermeisterin und Gemeinderat. Die Büttenredner und Bänkelsänger jedoch haben wieder akribisch notiert, was sich so zugetragen hat bei den kleinen Leuten und bei den Oberen im Elstal und darüber hinaus.

Alle öffentlichen Räume in Bastheim sind zur Zeit durch die Proben der Aktiven dauerbelegt, in den Nähstuben der Hofschneiderinnen herrscht Ausnahmezustand und die drei Tanzgarden bereiten sich auf ihren schwungvollen Auftritt vor.

Die Verantwortlichen und Aktiven der BA-KA-GE haben auch für 2019 wieder einen randvollen Terminkalender zu bieten. Der Kartenvorverkauf für die Prunksitzungen unter dem Motto „Mit voller Kraft – märchenhaft“ startet am 6. Januar ab 13.00 Uhr im Kolpingheim, danach im Laden von Marion Schrenk in der Bastheimer Spielgasse. Alle Gäste sind herzlich willkommen bei den närrischen Prunksitzungen am 2., 9. und 16. Februar, jeweils um 19.30 Uhr. Die Nachmittagssitzung wurde auf den 10.2. um 14.00 Uhr terminiert. Das Tanzbein wird geschwungen beim „Tanz unter Palmen“ mit Crossfire am 28. Februar, bei der Après-Ski-Party am Faschingssamstag mit den Würzbuam und bei der 80er und 90er Party mit DJ Querbeatz am Rosenmontag. Der Kinderfasching steigt am Sonntag, den 3. März 2019. Veranstaltungsort ist die Besengauscheuer in Bastheim.

Noch ruht der Schäfer Bast, der Urahn der Bastheimer, auf seinem Brunnen in einem romantischen Winkel im Dörfchen gleich neben Pfarrhaus und Kirche. Die Fasenöchter haben für ihn sein närrisches Outfit schon bereitgelegt, denn zur Inthronisierung am 2. Februar wird er zum Leben erweckt und als Teil des „Bostemer Triumvirats“ auf der Narrenbühne erscheinen.

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